
Berberitze, Maytenus und Algenkalk
26. Juli, 13:00 - 15:00
54,95€Berberitze, Maytenus und Algenkalk werden zunehmend als Bestandteile von Rationen und Ergänzungsfuttermitteln diskutiert. Für alle drei Substanzen gilt, dass die Verfügbarkeit im Markt und die Bewerbung ihrer Effekte der pferdespezifischen Studienlage vorausgehen. Für die Beratungspraxis entsteht dadurch die Aufgabe, Anfragen zu Substanzen zu beantworten, für die belastbare Daten am Pferd nur begrenzt oder gar nicht vorliegen, wohl aber die Nebenwirkungen beobachtet werden können.
Das Webinar ordnet die drei Substanzen aus fütterungswissenschaftlicher Sicht ein.
Zur Berberitze wird das Alkaloid Berberin betrachtet, was im Volksmund als “natürliches Ozempic” gehandelt wird: seine dokumentierten metabolischen Wirkungen, die Problematik der allometrischen Dosisübertragung auf ein Pferd von 500 kg Körpergewicht sowie die toxikologische Bewertung. Dabei wird die Frage geprüft, welche Datengrundlage die Einordnung als stoffwechselwirksames Futtermittel tatsächlich trägt.
Zur Gattung Maytenus erfolgt eine Differenzierung der einzelnen Arten und ihrer belegten Inhaltsstoffe, mit Blick auf den Einsatz im Magenkontext. Betrachtet wird, worauf sich die traditionelle Anwendung bei Magenbeschwerden stützt, welche Wirkmechanismen diskutiert werden und welche sicherheitsrelevanten Verbindungen zu berücksichtigen sind, bevor von einem Futtermittel gesprochen werden kann.
Zum Algenkalk wird die Puffer- und Calciumfunktion betrachtet, und zwar einschließlich ihrer Konsequenz: Die Neutralisation von Magensäure durch Carbonat setzt Kohlendioxid frei. Diese Gasbildung wird bei der Bewertung als Magenpuffer regelmäßig ausgeblendet, ist für die Einordnung des Einsatzes im Magen jedoch entscheidend. Grundlage ist die vorliegende Literatur zu Zusammensetzung und Wirkung.
Durchgehend wird zwischen In-vitro-Befunden, Übertragungen aus anderen Tierarten und equiner Evidenz getrennt.
Fehlende pharmakokinetische Daten für das Pferd werden als solche benannt. Der pflanzliche oder marine Ursprung einer Substanz wird nicht als Beleg für Wirksamkeit, Dosierbarkeit oder Sicherheit gewertet.
